• Die Folgen einer mangelhaften Aufarbeitung

    Politisch wird gern erklärt, man müsse nach vorne schauen und einen Schlussstrich ziehen. Doch ohne ehrliche Aufarbeitung lassen sich gesellschaftliche Krisen nicht abschliessen. Sie wirken weiter – in Gesetzen, internationalen Gesundheitsvorschriften, wirtschaftlichen Abhängigkeiten und gesellschaftlichen Spannungen.

    Statt einer umfassenden Analyse der Covid-19-Pandemie beschränkte sich die öffentliche Debatte auf einzelne Massnahmen wie Maskenpflicht, Schulschliessungen oder Lockdowns. Die grundlegenden Fragen wurden ausgeklammert: Woher stammt das Virus? Wie konnten Impfstoffe in beispielloser Geschwindigkeit entwickelt und nach so kurzer Zeit zugelassen werden? Wie sicher ist die neue Impf-Technologie? Warum fehlen unabhängige Studien? Und weshalb sollen zentrale Studiendaten der Impfstoff-Hersteller bis zu 75 Jahre unter Verschluss bleiben?

    Heute ist bekannt, dass die COVID-19-Impfung die Weitergabe des Virus nicht verhinderte und auch ihre Schutzwirkung wirft Fragen auf. Dennoch werden diese Impfstoffe weiterhin empfohlen, ohne dass offene Fragen systematisch aufgearbeitet würden.

    Bleiben zentrale Punkte ungeklärt, entstehen langfristige Fehlentwicklungen. Verantwortung wird verschoben, Risiken externalisiert, Vertrauen schrittweise untergraben. Die Folgen zeigen sich nicht mehr im Alltag durch Masken oder Zertifikate, sondern in rechtlichen und politischen Strukturen.

    Auf dieser fragilen Grundlage werden neue Mechanismen etabliert: Digitale Kontrollsysteme, digital steuerbares Geld, verkürzte Verjährungsfristen, begrenzte Haftung und vorbereitete Druckmittel zur Durchsetzung von Gehorsam. Nicht mehr die gesundheitliche Lage steht im Zentrum, sondern die Frage, wie weit Überwachung reichen darf und wie viel Zwang als legitim gilt.

    Werden solche Entwicklungen nicht offen benannt und kritisch aufgearbeitet, verfestigen sie sich. Was als Ausnahme begann, wird zur Struktur. Die eigentliche Gefahr liegt dann nicht mehr in einer Krise selbst, sondern in den dauerhaften Fehlentwicklungen, die aus ihrem ungeklärten Umgang entstehen.

    Was es jetzt braucht, ist eine offene, unabhängige und analytische Aufarbeitung – als Voraussetzung für Vertrauen, Verantwortung und demokratische Stabilität.

  • Klimastrategie Liechtenstein 2050

    Text:  Achim Vogt & Dr. Ing. Bernd Fleischmann

    Klimastrategie Liechtenstein 2050 – ist sie gut begründet?

    Die Demokraten pro Liechtenstein haben am 3.12. eine Kleine Anfrage an die Regierung zur Klimastrategie gestellt. Die Regierung ist der Meinung, man müsse die CO2-Emissionen stark reduzieren. Dies bedeutet tiefgreifende Eingriffe in Wirtschaft, Energieversorgung und Gesellschaft. Es bleibt unklar, auf welcher Datengrundlage Liechtenstein seine klimapolitischen Entscheidungen trifft. Die Antworten von Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni auf die fünf Fragen bedürfen einer kurzen Analyse, um zu sehen, wie gut begründet die Klimastrategie ist.

    Einleitend ging es darum, wie hoch der menschengemachte Anteil des globalen CO2-Ausstosses ist. Frau Monauni schrieb in ihrer Antwort: „Diese Zahl mag klein erscheinen. Doch ist es genau dieser menschengemachte CO2-Ausstoss, der das natürliche Gleichgewicht stört, einen Nettoanstieg der CO2-Konzentration bewirkt und damit den Klimawandel antreibt.

    Diese Aussagen entsprechen den am meisten kommunizierten wissenschaftlichen Meinungen. Das bedeutet nicht, dass es darüber einen Konsens gäbe. Es gibt begutachtete Veröffentlichungen, die besagen, dass die Änderung des CO2-Gehalts der Temperaturänderung folgt und der Anstieg der CO2-Konzentration in den letzten 65 Jahren hauptsächlich natürlichen Ursprungs ist (Harde 2023). 

    Was den Klimawandel betrifft, ist es nicht einmal Mehrheitsmeinung, dass der CO2-Ausstoss alleine dafür verantwortlich wäre. Der globale Rückgang der Emissionen von Schwefeldioxid seit 1980 (Hoesly 2018) hat beträchtlich zum Rückgang der Wolkendecke (von Salzen 2025), zur Zunahme der Sonnenscheinstunden (Copernicus) und damit zum Anstieg der Temperatur beigetragen. Neue Analysen gehen sogar davon aus, dass der Rückgang der Bewölkung für mindestens 80% der Temperaturerhöhung verantwortlich ist (Nikolov 2024). 

    Zwei Fragen handelten von der Messung und dem Zielwert der CO2-Konzentration in Liechtenstein. Beides gibt es nicht. Frau Monauni antwortete: „Ausserdem ist die Aussagekraft solcher Messdaten zwar wissenschaftlich wertvoll, liefert aber aufgrund der grenzüberschreitenden Luftzirkulation nur limitiert Erkenntnisse zu den EmissionenLiechtensteins.

    Darin steckt die wesentliche Aussage, dass Liechtenstein keinen Einfluss auf die lokale oder gar globale CO2-Konzentration hat. 

    Selbst wenn menschliche Aktivitäten für die Zunahme des CO2-Gehalts verantwortlich wären; Liechtenstein emittiert pro Jahr ca. 150.000 Tonnen „Treibhausgase“ (CO2-Äquivalente laut Statistikportal), so viel wie China in 5 Minuten. Das ist weniger als 3 Millionstel der globalen Emission von 53,2 Gigatonnen oder weniger als ein Tausendstel der Zunahme der Emissionen in Indien. Das heisst, wenn Liechtenstein heute um Mitternacht aufhören würde, „Treibhausgase“ auszustossen, hätte Indien das morgen um 9 Uhr allein mit der Zunahme seiner Emissionen wieder egalisiert (EDGAR 2025).

    Die dritte Frage war, welchen Bereich der CO2-Werte die Regierung für optimal hält, damit Kulturpflanzen und landwirtschaftliche Erträge stabil bleiben. Frau Monaunis Antwort: „Es gibt keine „optimale“ CO2-Konzentration für Kulturpflanzen. Höhere CO2-Werte können zwar das Pflanzenwachstum fördern, die negativen Effekte wie Extremwetter überwiegen jedoch.“ 

    Richtig wäre es gewesen, zuzugeben, dass höhere CO2-Werte das Wachstum von C3-Pflanzen, das sind 90 % aller Landpflanzen, durch den CO2-Düngeeffekt begünstigen. Bei einem höheren CO2-Gehalt verdunsten die Pflanzen weniger Wasser über die Spaltöffnungen ihrer Blätter und benötigen demzufolge weniger Wasser (IPCC 2021). Deshalb profitieren nicht nur die Landwirtschaft und die Wälder u. a. in Liechtenstein, sondern vor allem in semi-ariden Gebieten wie dem Sahel und in Indien, wo das Blattwachstum und die landwirtschaftlichen Erträge in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen haben (CSIRO 2013, s. Bild). 

    Das Bild zeigt die Veränderung der Vegetationsdichte von 1982 bis 2010 in Prozent (grün und blau bedeutet ein Wachstum der Vegetation; Wüsten und Eisflächen sind grau, © Copyright CSIRO Australia)

    Eine Zunahme von Extremwettern ist weder in Liechtenstein noch global über klimatisch relevante Zeiträume von mindestens 30 Jahren bedeutsam (Fleischmann 2025). Nicht umsonst definiert die Weltwetterorganisation das Klima als den Mittelwert verschiedener Wettererscheinungen über mehrere Jahrzehnte. Selbst Änderungen über mehrere Jahre sind letztlich dem Wetter zuzuordnen.

    Auch auf die Frage, welche CO2-Werte die Regierung als kritisch erachtet, ist die Antwort der Regierung nicht richtig. Zitat: „Es gibt keine klar definierten CO2-Grenzwerte, weder als Ober- noch als Untergrenze, die die Bedrohung der Biodiversität anzeigen.“

    Pflanzen können bei einem CO2-Gehalt von weniger als 0,015 % keine Photosynthese betreiben und Leben wäre nicht mehr möglich. Und weiter: „Es sind vor allem die indirekten Auswirkungen des Kohlenstoffdioxids in der Atmosphäre, welche der Biodiversität schaden.“

    Als Beispiel nennt sie die Temperaturerhöhung. Es ist jedoch unstrittig, dass es während der Eem-Warmzeit vor 130.000 Jahren um bis zu 7 °C wärmer war (NEEM 2013). Fauna und Flora erblühten, es gab Flusspferde am Oberrhein. Die wirkliche Katastrophe war die folgende Eiszeit.

    Die fünfte Frage handelte davon, dass auf der COP30 kein Ausstiegsplan für fossile Brennstoffe beschlossen wurde und was das für die Wirtschaft bedeutet. Frau Monauni meinte dazu: „Für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens ist es bedauerlich.

    Damit ist die Ursache für die verfehlte Klimapolitik genannt: Das Pariser Klimaabkommen basiert auf dem Bericht des „Weltklimarats“ Intergovernmental Panel on Climate Change von 2013 (IPCC 2013). In diesem steht auf Seite 16 der Working Group 1: Verdoppelt sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre, wird sich die Temperatur um 1 bis 6 °C erhöhen, mit 5 % Wahrscheinlichkeit weniger, mit 10 % Wahrscheinlichkeit mehr. Der weite Unsicherheitsbereich von weniger als 1 Grad bis mehr als 6 Grad ist ein Zeichen von Nichtwissen, das auf keinem anderen Wissenschaftsgebiet toleriert würde. Dass dieses Nichtwissen zur Basis für die Politik der europäischen Volkswirtschaften gemacht wird, ist sehr fragwürdig und bedenklich. 

    Zum Schluss schreibt Frau Monauni „Liechtenstein, die Schweiz und die EU verfolgen im Rahmen der Energiewende weiterhin das Ziel der Dekarbonisierung.“

    Sie schreibt nicht, weshalb kaum ein anderes Land dem folgt und weshalb die USA aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen sind. Diese Länder haben dafür gute Gründe, die kurzerhand ignoriert werden

    Fazit: Netto-Null CO2-Emissionen nützen niemandem. Auf dem Weg dahin leiden Wirtschaft, Wohlstand und mit der Zunahme von Windrädern und PV-Anlagen auch die Natur. Wenn man schon an den menschengemachten Klimawandel glaubt, sollte man als einzig sinnvolle Massnahme die Landwirtschaft und die Aufforstung in semi-ariden Gebieten unterstützen.

    Literatur:

    CSIRO 2013: https://www.csiro.au/en/news/All/News/2013/July/Deserts-greening-from-rising-CO2

    EDGAR 2025: https://edgar.jrc.ec.europa.eu/report_2025

    Fleischmann 2025: https://klima-wahrheiten.de/.cm4all/uproc.php/0/Gibt_es_eine_Klimakrise_Bernd_Fleischmann.pdf
    Harde 2023: https://doi.org/10.53234/scc202301/23

    Hoesly 2018: https://gmd.copernicus.org/articles/11/369/2018/gmd-11-369-2018.pdf

    IPCC 2013: https://www.ipcc.ch/report/ar5/wg1/

    IPCC 2021: https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-working-group-i/ S. 677

    NEEM 2013:https://www.nature.com/articles/nature11789  

    Nikolov 2024: https://doi.org/10.3390/geomatics4030017
    Statistikportal: https://www.statistikportal.li/de/themen/raum-umwelt-und-energie/luft-klima

    von Salzen 2025: https://www.nature.com/articles/s41467-025-65127-x